In den letzen Jahren haben Sie wahrscheinlich öfters gelesen, wie gesund Leinöl und andere Öle mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren sein sollen. Diese ungesättigen Fettsäuren werden auch oft als Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren bezeichnet.

Leider ist das vorwiegend Misinformation und Marketing, denn man weiss schon seit mehr als 50 Jahren um die potentiellen Gefahren dieser Öle.

Ungesättigte Fettsäuren vs. Gesättigte Fettsäuren

Die vorwiegend ungesättigten Fette wie Leinöl, Walnussöl, Hanföl, Sesamöl, Kürbiskernöl, Sonnenblumenöl, etc. bestehen aus Fettsäuren denen Wasserstoffatome fehlen. Deshalb werden sie „ungesättigte Fettsäuren“ genannt.

Da diesen Fettsäuren Wasserstoffatome fehlen, sind sie sehr anfällig für Oxidation, d.h Sauerstoff und freie Radikale können die Fettsäuren angreifen. Das führt dann zu Ranzigkeit. Leinöl ist ein hochgradig ungesättigtes Fett und enthält ca. 68 – 89% oxidationsanfällige Fettsäuren.

Bei den sehr stabilen gesättigten Fettsäuren sind alle Wasserstoffatome vorhanden. Kokosöl ist ein Beispiel für ein stark gesättigtes Fett, es enthält nur ca. 1 - 2% ungesättigte Fettsäuren. Das ist der Grund wieso Kokosöl so oxidationsresistent ist und kaum ranzig werden kann.

Unvorsichtige Leinöl-Herstellung

Die meisten Leinöle werden aus Kostengründen unter fragwürdigen Bedingungen gepresst. Das Öl wird während der Pressung nicht selten heiss und ist Sauerstoff und Licht ausgesetzt.

Ein auf solche Art gepresstes Leinöl enthält viele Milliarden beschädigte Fettsäuren, bevor es überhaupt im Ladengeschäft zum Verkauf angeboten wird.

Immerhin füllen die meisten Leinöl-Hersteller ihr Erzeugnis in dunkle Gläser ab, aber was nützt das, wenn der Inhalt schon während der Pressung und Abfüllung ranzig geworden ist?

Im Laden steht das Öl dann noch mehrere Wochen oder sogar Monate im Verkaufsregal und wird täglich ein bisschen ranziger als es schon ist, da die meisten Hersteller Ihre Flaschen nicht mit Stickstoff versiegeln.

Dazu kommt dann noch die Wärme im Laden und der Lichteinfluss, denn auch dunkle Gläser lassen etwas Licht durch.

Man muss wissen: Es gibt kaum etwas gefährlicheres in unserer Nahrungskette als oxidierte (ranzige) Fettsäuren.

Pestizide und Co. sind regelrechte Unschuldslämmer, wenn man sie mit ranzigen Fetten vergleicht.

Ranzige Fettsäuren und deren Zerfallsprodukte sind extrem krebsfördernd und entzündlich.

Die meisten Öle wie z.b Leinöl, Walnussöl, Sesamöl, Hanföl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, etc. dürften aus meiner Sicht gar nicht verkauft werden. Die oxidierten Fettsäuren sind schlicht zu gefährlich.

Hochwertiges Leinöl auch problematisch

Die besten ungesättigten Öle werden unter Ausschluss von Sauerstoff, Wärme und Licht hergestellt. Nach der Abfüllung wird der Sauerstoff in der Flasche mit Stickstoff ersetzt.

Zudem wird die Kühlkette vom Produktionsstandort bis in das Ladengeschäft aufrecht erhalten. Diese hochwertigen Öle finden Sie dann in der Kühlabteilung Ihres Bioladens.

Ein Beispiel für ein solches korrekt produziertes Öl ist die Ölmischung von Udo Erasmus („Udo’s Choice“).

Doch auch bei diesen Ölen muss man sehr aufpassen: Sobald man die Flasche öffnet fängt der Oxidationsprozess an, da der Inhalt mit Sauerstoff in Kontakt kommt. Das ist der Grund wieso empfohlen wird, das Öl so schnell wie möglich zu konsumieren und im Kühlschrank oder der Tiefkühltruhe zu lagern.

Leinöl und ungesättigte Fette: Von der Flasche in den Körper

Was geschieht mit den noch nicht ranzigen, aber oxidationsfreudigen ungesättigten Fettsäuren wenn man sie gegessen hat?

Es ist bekannt, dass ungesättige Öle mehrere Stunden im Magen verbringen, bevor sie im Zwölffingerdarm und Dünndarm absorbiert werden.

In dieser Zeit befinden sich die ungesättigten Fette in einer 37° C warmen Umgebung mit viel Sauerstoff.

Man kann davon ausgehen, dass diese Öle nicht nur ausserhalb des Körpers, sondern auch während der Verdauung weiter beschädigt werden.

Als ich vor einigen Jahren Udo Erasmus an einem Vortrag auf diese Problematik angesprochen habe, hat er meine Einwände ohne Angabe von stichhaltigen Begründungen verworfen und mir gesagt: „Sie lesen zuviel und machen sich zuviele Gedanken“.

Seine Antwort hat mich keineswegs überzeugt und ich habe kurz darauf aus Sicherheitsgründen den Konsum von Leinöl eingestellt.

Ungesättigte Fette werden in den Körper eingebaut

Auch nach der Verdauung und Absorption, wenn die Fettsäuren im Organismus zirkulieren und in das Gewebe eingebaut werden, ist die Gefahr der Oxidation (Ranzigkeit) keinesfalls gebannt.

Je mehr ungesättigte Fettsäuren wir in unserem Gewebe haben, desto oxidationsanfälliger werden die Zellen in diesen Geweben. Man kann das sogar messen, denn die beschädigten Gewebe produzieren sogenannte Lipidperoxide (z.b Malondialdehyd), die dann mit dem Urin ausgeschieden werden.

Im Klartext: Die noch nicht ranzigen ungesättigten Fette werden in unseren Organismus eingebaut, z.b in die Membranen (Hüllen) unserer Zellen.

Der Sauerstoff in unserem Körper und freie Radikale greifen im Laufe der Zeit diese ungesättigen Fette in unserem Gewebe an und beschädigen damit die Zellen.

Das Resultat ist eine vorzeitige Alterung des ganzen Körpers, erhöhte Enzündungsanfälligkeit, Immunsuppression und eine Tendenz zur Entartung der Zelle (Krebs).

Ein Beispiel: Die ungesättigten Fette werden in alle Gewebe eingebaut, darunter auch in die Haut. Wenn wir nun an die Sonne gehen und uns der UV-Strahlung aussetzten, werden die Zellen mit den ungesättigten Fetten durch die UV-Strahlung beschädigt (oxidiert). Man ist dann sonnenempfindlich und bekommt schneller einen Sonnenbrand, es bilden sich vermehrt Sonnenflecken und das Risiko für Hautkrebs steigt. Wenn unsere Gewebe und Membranen aus stabilen gesättigten Fetten aufgebaut sind, gibt es kaum Probleme, da diese Fette nicht durch UV-Strahlung beschädigt werden.

Leinsamen statt Leinöl

Die Natur hat die sensiblen ungesättigten Fette in Nüssen und Ölsamen mit einer harten Schale versehen, damit die Fettsäuren nicht so schnell durch Licht, Wärme und Sauerstoff beschädigt werden.

Leinsamen haben eine harte Hülle und die fragilen Fettsäuren sind integriert in einer stabilen Matrix aus Zellulose, Lignin, Proteinen und Antioxidantien.

Wenn man Nüsse und Ölsamen aber schält oder auspresst, sind die sensiblen Öle nicht mehr in der schützenden Schale und werden im Rekordtempo ranzig.

Wenn Sie trotzdem die Fettsäuren im Leinöl einnehmen möchten, dann empfehle ich das in Form von Leinsamen zu tun und nicht dem ausgepressten Öl.

Die Leinsamen können Sie im Kühlschrank aufbewahren und kurz vor der Mahlzeit schroten oder im Mörser etwas zerstampfen.

Leinsamen haben im Gegensatz zu Leinöl einen relativ guten Geschmack und passen zu Salat, Müsli, Joghurt, Quark, gedämpftem Gemüse, Suppe, etc.

Kokosöl vs. Leinöl

Vielleicht fragen Sie sich wieso ich über Leinöl schreibe? Sind wir nicht auf Kokosnussprodukte spezialisiert?

Der Grund ist dafür ist, dass ich seit mehreren Jahren wöchentlich mit Kunden spreche die regelmässig (ranziges) Leinöl zu sich nehmen.

Ich möchte mit diesem Text unsere Kunden und die Leserschaft vor den potentiellen Gefahren des Leinöls warnen.

Zudem finde ich Leinöl interessant, da es in vielerlei Hinsicht der exakte Gegenpol von Kokosöl ist.

Wenn man die auf dem Markt erhältlichen Fette analysiert, ist Kokosöl das Speisefett mit dem niedrigsten Gehalt an ungesättigten Fetten (1 - 2%) und Leinöl enthält den höchsten Gehalt (bis zu 90%).

Leinöl darf keinesfalls erhitzt werden und ist extrem instabil gegenüber Wärme, Licht und Sauerstoff. Kokosöl dagegen ist extrem stabil und weder Wärme, Licht und Sauerstoff kann dem Kokosöl etwas anhaben.

Im Gegensatz zu Leinöl stabilisiert Kokosöl die Zellen um macht Sie resistent gegenüber Angriffen von freien Radikalen. Das ist auch der Grund wieso einige Experten Kokosöl als ein Anti-Oxidans bezeichnen.

Aber brauchen wir nicht die Omega-3 Fettsäuren im Leinöl?

Der ganze Mythos um Omega-3 Fettsäuren ist in den letzten Jahren völlig ausser Kontrolle geraten, vor allem wegen dem aggressiven Marketing der Pflanzenöl-, Fischöl- und Krillöl-Industrie.

Die Bedürfnisse für Omega-3 Fettsäuren sind nicht definitiv geklärt und der Experte Dr. Raymond Peat der seit 50 Jahren Hormone und Fettsäuren erforscht, zweifelt sogar an dem ganzen Konzept der „essentiellen Fettsäuren“. Das ist aber ein Thema für einen zukünftigen Artikel.

Einen Omega-3 Mangel gibt es eigentlich gar nicht, denn fast alle Elemente in unserer Nahrungskette enthalten Omega-3 Fettsäuren: Früchte, Gemüse, Bohnen, Getreide, Ölsamen, Nüsse, Fisch, Fleisch, Eier, Milchprodukte, etc.

Wenn Sie trotzdem eine Extra-Portion Omega-3 einnehmen möchten, dann ist das ganz einfach mit einem Esslöffel geschroteten Leinsamen pro Tag zu bewerkstelligen.

Wieso hat die Dr. Budwig Leinöl-Eiweiss Kost manchmal positive Wirkungen?

Frau Dr. Budwig hat eine umfassende Nahrungsumstellung empfohlen, in Richtung Vegetarismus.

Es lässt sich dann nicht nachweisen, ob die positiven Effekte wirklich vom der Quark-Leinöl Creme kommen.

Vielleicht wird die Person gesünder, weil kein Schweinefleisch oder Weissbrot auf dem neuen Speiseplan steht.

Oft werden noch andere Lebensstil-Veränderungen mit der Budwig-Kost kombiniert z.b mehr Bewegung und Schlaf, Stressreduktion, etc.

Es ist dann unmöglich die positiven gesundheitlichen Veränderungen auf das Leinöl zurückzuführen.

Wenn eine kranke Person von der typischen Zivilisationsernährung auf das Budwig-Programm umsteigt, kann sich die die Gesundheit durchaus verbessern.

Das heisst aber noch lange nicht, dass Leinöl unschädlich oder sogar heilsam ist. Um das zu beweisen, müsste man eine kontrollierte Untersuchung durchführen, bei der die Verwendung von Quark-Leinöl Creme isoliert von anderen Faktoren betrachtet wird.

Eine solche Untersuchung hat hat meines Wissens noch nicht stattgefunden. Eine entsprechende Suche der medizinischen Literatur bei Pubmed.com ergibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt (11/2016) keine Resultate.

Leinöl: Eine gute Politur für Holzmöbel

Haben Sie noch Leinöl zuhause?

Dann verwenden Sie es als Politur für Ihre Holzgegenstände.

Das ist der einzig sinnvolle Verwendungszweck für Leinöl.

Geben Sie eine grosszügige Portion Leinöl auf einen sauberen Waschlappen und reiben Sie damit Ihre Holzmöbel ein.

Das Leinöl sinkt in das Holz, schützt es vor Austrocknung und gibt dem Holz einen schönen Glanz.

Leinöl wird seit Generationen zur Holzpflege verwendet und viele im Handel erhältlichen Holzpflegemittel enthalten Leinöl.


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